Das Private ist politisch

img_0396resizedWährend draußen in ganz Deutschland der Schnee dieses Land ein wenig ansehnlicher macht, bleiben die Südpfalz und ihre Bewohner auch im neuen Jahr von derlei Landschaftskosmetik verschont. Da zudem peitschender Schneeregen ein verdammt gutes Argument wäre, sich hinter die Bücher zu setzen, ist diese Wetterlage umso unerfreulicher. Denn ein Blick in die diversen Bücher, die seit Wochen unser Leben bestimmen sollten(!), wäre angesichts des in 12 Tagen anstehenden Abiturs eine durchaus sinnvolle Zeitinvestition. So lange wir uns allerdings beide mehr durch gegenseitige Beleidigungen und Vorwürfe über die mangelnde Lernbereitschaft des jeweils anderen die Zeit vertreiben, anstatt tatsächlich die Personenkonstellation des Faust auf biblische Zusammenhänge zu prüfen oder der reversen Transkriptase der RNA auf den Zahn zu fühlen, sehen die Perspektiven auf einen rühmenswerten Abschluss nicht gerade rosig aus.

Da man aber dann wohl doch einiges von dem Land lernt, in dem man lebt, entwickeln wir uns zielstrebig zu Verdrängungsspezialisten. Sei es fehlende Schokolade, unzureichende Menge an Kaffee oder eine deutlich wichtigere TV-Show (Tiefpunkt: Hannah Montana-Marathon):  irgendwas ist immer. Und sobald die Sonne untergeht, was naturgemäß in diesen Gefilden im Winter recht früh der Fall ist, ist der Tag ohnehin gelaufen. Wenn schon kein Konzert und keine Party ansteht und auch der eineinhalbtägige Komplettausfall nach Silvester keine Ausrede mehr liefern kann, dann wird eben in der Kneipe Karten gespielt. Immerhin werden unsere Kartenspielkünste jeden Tag besser. Ob die den argumentativen Aufbau unserer Abiturarbeiten entscheidend verbessern können, erscheint mir allerdings fraglich. Bonjour tristesse.

Sollte es uns wider Erwarten aber nun tatsächlich irgendwann gelingen, die Vorbereitung für das Abitur aufzunehmen, wird es hier in den nächsten 3 Wochen wohl eher wenig Artikel zu finden geben. Ist wohl besser für uns alle. Dann gibt es auch wieder ein bisschen weniger privates, “pseudointelligentes Rumgeheule mit unlustigen Pointen” (Ich über mich) und mehr von dem Zeug, das bei guten Bloggern wohl als “Kritik” durchgehen würde. So long.