Kommunistische Depression

Zur historischen Betrachtung des Kommunismus und der Möglichkeit seiner ideologiekritischen Reproduktion.

Geschichte ist kein freiwilliger Prozess. Der Mensch ist stets in seinem Denken durch das determiniert, was ihm die Vergangenheit auferlegt hat. Dabei ist die Vergangenheit stets die gleiche, das sie empfangende Subjekt jedoch ebenso beständig verschieden. Diese Tatsache macht Geschichte zu einem dynamischen, individuell reproduzierbaren Prozess – der Mensch macht seine eigene Geschichte, jedoch „nicht aus freien Stücken, nicht unter selbst gewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen“ (MEW Bd.8, S. 115). In eben diesem Zusammenhang muss die Rezeption der Vergangenheit einer ständigen Überprüfung unterzogen, ihr Wirken in der Gegenwart als bewusster Vorgang wahrgenommen und als Grundlage für das Handeln in der Zukunft betrachtet werden. Weiterlesen

Deutschrap und Stammtischparolen

Pünktlich zu den Releases von Aggro Berlin und Konsorten wird ein altes Märchen in den HipHop-Foren dieses Landes ausgegraben – die vom politischen deutschen “Conscious-Rap”. Der nämlich ist der Gegenentwurf zu Berliner Gangstergepose, die wahre Lyrik des 21. Jahrhunderts, und vor allem die Verkörperung von dringend benötigter Sozialkritik, fern ab von antisemitischen Gangsterrappern, nationalistischem Rumgepose und frauenverachten “Porno-Styles”. Als deutsche Weltenretter werden meist Curse, Prinz Pi oder Blumentopf in den Ring geschmissen. Doch was heißt in diesen Fällen “politisch”? Weiterlesen

Es zionistelt im Kaukasus!

Wer dieser Tage die Zeitung aufschlägt, sieht hauptsächlich: Krieg! Blut! Zerstörung! Tod! Im Kaukasus knallt es mal wieder. Nichts neues eigentlich. Ein Streitthema scheint allein die Schuldfrage zu sein. Mit “Völkerrecht” und “Selbstbefreiung” wird argumentiert, einen Konsens über die Schuld wird aber nicht gefunden. Doch einige schlaue Deutsche aus dem “Dichter und Denker-Volk” haben in detektivischer Kleinarbeit die wahren Schuldigen herausgearbeitet. Nach einem harten Wettkampf um die genialsten Theorien dürfen sich nun die besten drei Schnüffelnasen ihre verdiente Belohnung abholen.

Weiterlesen

Wie, Geld verdienen?

Endlich merkt das mal eine Zeitung: Die Preise für Produkte können steigen – sogar Ticketpreise. Mal davon abgesehen, dass dies ohne Rückgang der KonsumentInnenmenge ökonomisch sinnvoll erscheint (massive Lohnerhöhungen sowie höhere Energiekosten können ja auch kein Grund sein) – Mehdorn ist schuld! Ist ja klar, der ist ja auch Kapitalist und hat die auch ganz alleine nach oben geschraubt mal davon abgesehen, dass er die DB-Angestellten eigentlich versklaven möchte.

Da scheint wohl der der Zug der Kapitalismuskritik mal wieder in eine Schafherde gerast zu sein. Viel Spaß bei der Bergung.

Übrigens ist Kapitalismus doch “voll easy” zu verstehen, hier der Beweis:

Mit sozialdemokratischen Grüßen

BoredLand

PS.: Ich bin dann mal bei BurgerKing den Automaten leertrinken um den Kapitalismus zu stürzen!

Just an idiot wall…

…zum 47. Mal hat sich der Bau der “Berliner Mauer” gestern gejährt. Während das vereinigte Deutschland mal wieder selbst beweihräucherte, von “Zwei Diktaturen auf deutschem Boden” redete und den Mauerfall auf chauvinistische Art und Weise auf eine ‘Widerstandsfähigkeit’ der “Deutschen” projizierte fragte ich mich: “Was hat der DDR diese Mauer denn überhaupt gebracht?”. Gebaut wurde sie jedenfalls um einen antifaschistischen Schutzwall zu errichten, sagte Erich und auch Walter. Ist ja aber auch egal, es gibt jetzt ja aufgeklärte Leute in Krautland, die sich auskennen und so:

Naja… vlt wollte Ostdeutschland sich auch vor dieser Frau schützen. Eins dürfte klar sein, den Faschismus hat sie nicht abgewehrt. Vielmehr verstärkte sie den gesamtdeutschen Nationalwahn. Trotzdem fein, dass sie gefallen ist, denn sonst wären diese armen Wesen arbeitslos geblieben. Jetzt sind sie wahrscheinlich MitarbeiterInnen einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt:

Lg BoredLand
PS.: Wikipedia weiß übrigens auch was den Tag irgendwie noch rettete

1936: In Genf wird von Vertretern aus 32 Nationen der Jüdische Weltkongress gegründet. Erster Präsident wird Nahum Goldmann.