Heute wird es in Landau wieder lustige “Akademiegespräche” geben. Diesmal mit der sowohl spannenden, als auch klärenswerten Frage “Was ist Links”.
Mit Spannung werde ich heute Abend erwarten, was Matthias Machnig (wie langweilig kann eigentlich ein einziger Mensch sein?) und Johano Strasser zur völlig ungeklärten und kritischen Frage “Ist die Zähmung des Kapitalismus – ein klassischer Anspruch linker Politik – noch möglich?” sagen werden. Sollte die Frage wider erwarten doch nicht 100%ig geklärt werden begnüge ich mich mit folgender Definition:
Dafür ist »die Linke« – die sich als Restlinke selbst unermüdlich zur Wiederauferstehung animiert – seit dem Ausgang des 20. Jahrhunderts endgültiges Sammelbecken für die »strömungsübergreifende« politische »Bündnispolitik« erstarrter Zerfallsprodukte der alten sozialistischen Bewegung geworden. (Benennungen wie »rätistisch«, »anarchistisch«, »stalinistisch«, »trotzkistisch« etc. wurden in dieser allgemeinen Auflösung deshalb zunehmend irrelevant.) Derzeit wird der »Abschied vom Proletariat« widerrufen und erneut »die soziale Frage« entdeckt… Aber all dies geschieht nur durch Regression auf den frühsozialistischen Wertekosmos – Gefühlssozialismus, Rückgriff auf kleine, warme, direkte Gemeinschaft und vor allem auf die große Gemeinschaft der »antiimperialistischen Völker« sowie auf der Basis kurzatmig-antikapitalististischen Ressentiments gegen Geldmenschentum und Bankenmacht… Die Linke ist gemeinsam mit dem Kapitalismus, dessen spiegelverkehrte Negativ-Utopie sie bildet, zur Reaktion auf der ganzen Linie übergegangen.
(aus: Situationistische Revolutionstheorie, Vol. 2 zu finden bei http://kritikwaffe.blogsport.de)
Ich würde mich ja schon auf eine Diskussion zum Thema “Was ist Kommunismus” freuen – die gibt es leider nicht. Außerdem kann man das ja auch “locker vom Hocker” mit einer Negation beantworten.
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